Bayerns Exportschlager: Das Dirndl

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Jedes Jahr im Oktober verfallen Menschen weltweit dem Oktoberfestfieber. Von München aus verbreitete sich das traditionelle Volksfest in alle Erdteile und wird mittlerweile in allen Ländern kopiert. Mit dem süddeutschen Jahrmarkt schwappte auch die traditionell bayrisch-österreichische Damenbekleidung in den Rest der Welt: Das Dirndl.

Die Herkunft des Dirndls

Die Ursprünge des Dirndls liegen in Bayern und Österreich, wo es gegen Ende des 19. Jahrhunderts von den ländlichen Gegenden auch Anklang bei der Damenwelt in den Städten fand. Traditionell war das Dirndl „arme-Leute-Bekleidung“. Es markierte Stand und regionale Herkunft von Dirnen, die – im kompletten Gegensatz zum modernen Verständnis – meist unverheiratete Dienstmägde und Hausmädchen wohlhabenderer Familien waren. Je mehr die jungen Frauen vom Land in die Stadt zogen, umso mehr Verbreitung fand das Dirndl als Dienstbotentracht. Und von da an verlor es Stück für Stück seine traditionelle Bedeutung und wurde zum Chic der städtischen Oberschicht. Das traditionelle „Dirnengewand“ wurde also zum modischen Dirndl für Städterinnen und zum Sommerkleid auch für Damen und Fräuleins der gehobeneren, gesellschaftlichen Kreise.

Moderne Dirndl

Mit den hochgeschlossenen Dirndln von einst haben die modernen Damenkleider nur noch wenig gemein. Ursprünglich hatten Dirndl weder ausladende Dekolletés, noch waren sie kürzer, als Wadenlänge. Dies änderte sich mit ihrem gesellschaftlichen und modeindustriellen Aufstieg zusehends. Heutige Dirndl betonen die Reize ihrer Trägerinnen und geben sich in Schnitt, Form und Farbe betont feminin. Doch einige Stilelemente, wie die Schürze sind ein absolutes Pflichtaccessoire. Einige traditionelle Merkmale sind ebenfalls noch erkennbar. Oftmals geben Farbe des Dirndls oder der Accessoires wie Kopfschmuck, Kopfband, Knöpfe, Ketten, usw. Auskunft über die regionale Herkunft der Trägerin. Mit der Wandlung des klassischen Dirndls von der ländlichen Tracht zum Modekleid wurden außerdem ein paar recht junge Regelungen eingeführt: Kürzer als 20 cm darf der Dirndlrock nicht sein. 20 cm entspricht der durchschnittlichen Mindesthöhe eines Maßbierglases. Und die Position der Schützenschleife will Aufschluss über Status der Trägerin geben: Schleife links, die Dame ist noch ledig. Schleife rechts, die Dame ist vergeben.

Dirndl

Dirndl-Tradition in der Moderne

Seit Jahren schon erfreuen sich die traditionellen Dirndln aus Süddeutschland und Österreich zunehmender Beliebtheit. Und wo auch immer ein Volksfestbesuch im Oktober ansteht, dürfen sie einfach nicht fehlen. Moderne Dirndl gibt es aus unterschiedlichsten Stoffen, in allen Farben und Farbkombinationen, mit rundem oder rechteckigem Dekolletéausschnitt, in Überknielänge oder kürzer, mit Schnürung oder Knöpfen, betont sexy oder zurückhaltend züchtig. Da bleiben, wie hier bei Krüger-Dirndl, keine Wünsche mehr offen. Dirndl verknüpfen Tradition mit Moderne und Tracht mit Modebewusstsein. Sie haben Standesdünkel überwunden und sich ein ordentliches Stück Historie behalten. Und das ist doch ein wahrlich guter Grund, Dirndln in all ihrer Pracht zu würdigen.

Fotos von www.krueger-dirndl.de

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