In Italien werden Mund-Nasen-Schutzmasken Fashiontrend

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Als im Februar 2020 in Mailand die Fashion Week stattfand, war Corona noch kein gesamtitalienisches Problem. Und doch sorgte schon Ende Februar eine süditalienische Modemacherin mit ihren Laufstegmodells für Aufsehen, die sie mit Mund-Nasen-Masken auf die Mailänder Catwalks schickte. Zwei Monate später hat die Unternehmerin Marianna Miceli aus einer spontanen Idee und Solidaritätsbekundung mit chinesisch-stämmigen Europäern (die Masken waren mit Slogans wie „I’m not a virus“ und „Fuck the virus“ versehen) ein Erfolgsmodell gemacht: ein modisches Schutzcover für medizinische Masken.

Haute-Couture-Gesichtsschutz dem Virus zum Trotz

Gemeinsam mit einem kleinen, ortsansässigen Modelabel produziert die Fashion-Unternehmerin nun also Masken für Masken. Das Prinzip ist das gleiche, wie man es von Handyhüllen kennt. In die Covermasken können die medizinischen Masken eingesteckt werden, die dann jedes Mal ausgetauscht und gewechselt werden können. Die Cover sind in Seide und Baumwolle erhältlich. Ziel dieser modischen Unternehmung ist es, den nach der Quarantäne obligatorische Mund-Nasen-Schutz in ein Element von ästhetischer Wirkung zu verwandeln, jenseits der reinen Schutzfunktion.

Damit soll den Gesichtsmasken in der Öffentlichkeit das sterile Krankenhausflair genommen werden, wenn die Italienerinnen und Italiener mit bedecktem Mund und Nase ihren Alltag in den Büros, Geschäften und auf den Promenaden wieder aufnehmen. Bei Miceli haben sich bereits verschiedene Unternehmen gemeldet, die nach Kooperationen und Personalisierungen für die eigenen Brands gefragt haben. Unterdessen steht die erste eigene Modelinie für die Mund-Nasen-Schutz-Cover bereits. Die Designer haben es sich dabei zur Aufgabe gemacht, einen Gegenentwurf zur herrschenden Beklommenheit und Verunsicherung zu kreieren.

Die Haute-Couture-Masken sind in bunten Farben und fröhlichen Designs erhältlich. Miceli nennt ihre Kollektion eine „bunte und schicke Form der Resilienz.“ Wie viele Menschen, Arbeitnehmer und Unternehmer in künstlerischen Bereichen, hatte auch die süditalienische Modemacherin Sorgen, wie es um ihre Branche stehen würde, während und nach der Pandemie. Die Idee der Maskenschutzhüllen hat ihr neuen Auftrieb gegeben: das Patent, die Absprache mit den Designern und den Produktionsfirmen. Ein Stück Normalität und etwas zu tun in monatelanger Abgeschiedenheit in den eigenen vier Wänden.

Im Modesektor selbst sind bislang keine Lockerungen in Italien vorgesehen. Zunächst einmal wird es keine Modeschauen und Laufsteg-Shows geben. Aber Ideenreichtum wie der von Miceli zeigt zumindest, dass auch die Modewelt wandlungs- und anpassungsfähig ist: das betrifft die Sicherheit der Umkleidekabinen in den Läden ebenso wie die Online-Verkäufe und die kleinen Modeunternehmen. Was aber sicher ist, ist, dass Schönheit und Stil nicht weniger werden. Die Fashionwelt reagiert auf das tief sitzende Bedürfnis der Menschen nach Identität, Anziehung und Beziehung.

Auf diese Bedürfnisse nach Schönheit und Ästhetik reagiert die Modemacherin aus Süditalien mit einer Luxury-Linie: Covermasken aus Seide besetzt mit Swarovski-Kristallen; so wird aus einer simplen Mund-Nasen-Schutzhülle ein verführerisches Mode-Accessoire. Damit würden, so die Modemacherin, die Augen betont und die gute Laune kehre zurück. Mit so einem Design wird die Gesichtsmaske zum Statement, das dem Virus zu trotzen vermag. Die Welt mag sich verändert haben, aber die Message ist die gleiche geblieben, die Miceli schon auf der Mailänder Fashion Week transportieren wollte: Fuck the virus!


Foto von Maria Bobrova on Unsplash

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